Glossar / Wissensdatenbank

Fonds

Was versteht man unter einem Fonds ?

Das Wort Fonds kommt aus dem Französischen und bezeichnete ursprünglich einen Grund oder ein Grundstück. Spricht man in der Finanzwelt von Fonds sind zumeist Investmentfonds gemeint, die der Geld- bzw. Kapitalanlage dienen. Die Idee ist, dass mehrere Anleger gemeinsam anlegen.

Es gibt verschiedene Arten von Fonds, die in unterschiedliche Werte investieren und verschiedene Strategien verfolgen. Je nach Ausrichtung kann die Zahl der Investoren leicht in die Tausende gehen. Es gibt aber auch Fonds, die für nur einen Investor aufgelegt werden: Solche Fonds sind Spezialfonds, die für institutionelle Investoren wie eine Bank, eine Versicherung, eine Pensionskasse oder ein Versorgungswerk konzipiert sind.

Darüber hinaus unterscheidet man zwischen offenen und geschlossenen Fonds. Letztere werden seit dem Inkrafttreten des Kapitalanlagegesetzbuchs (KAGB) als Alternative Investmentfonds (AIF) eingestuft. Zu den AIFs zählen auch die investmentrechtlich regulierten offenen Immobilienfonds, die nicht als „Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren“, kurz „OGAWs“ gelten. Das sind insbesondere offene Immobilienfonds und offene Spezialfonds. Die gesetzlichen Regelungen sind zum Schutz der Anleger vom KAGB vorgegeben.

Die Arbeit der Fondsgesellschaften

Die bei den Investoren eingesammelten Mittel werden von professionellen Fondsmanagern nach festgelegten Kriterien in Vermögenswerte wie Aktien oder Immobilien investiert. Die genauen Anlagerichtlinie und Anlageziele werden formuliert und im Verkaufsprospekt dokumentiert, wenn der Fonds aufgelegt wird.

Für das eingezahlte Kapital erhält der Anleger eine bestimmte Anzahl von Investmentanteilen. Der Wert eines Fondsanteils setzt sich aus der Summe aller im Fonds enthaltenen Vermögenswerte zusammen, einschließlich der liquiden Mittel, geteilt durch die Zahl der ausgegebenen Anteile. Hier spricht man auch vom Nettoinventarwert.

Aufgabe des von der Fondsgesellschaft eingesetzten Fondsmanagers ist es, mit seinen Kauf- und Verkaufsentscheidungen dafür Sorge zu tragen, dass die Anleger im Rahmen der Möglichkeiten hohe Erträge erzielen. Gleichzeitig gilt es für ihn, etwaige Risiken zu begrenzen und Verluste zu vermeiden.

Der Markt in Deutschland

Deutsche Fondsanbieter verwalteten 2017 laut einem Bericht der FAZ ein Gesamtfondsvermögen von 2,8 Billionen Euro. Der Großteil der Einlagen stammt mit 1,5 Billionen von institutionellen Kunden. Dazu gehören Versicherer, Pensionskassen, Versorgungswerke, Stiftungen und Kirchen. 900 Milliarden entfielen auf Publikumsfonds für Privatanleger, 400 Milliarden auf freie Mandate. Die beliebtesten Publikumsfondsprodukte sind Fonds, die in Aktien investieren und Indexfonds, die Aktienindizes wie den DAX oder Dow Jones abbilden. Danach folgen Mischfonds, bei denen in mehrere Anlageklassen investiert wird. Das können Aktien, Rentenpapiere, Anleihen, Rohstoffe und Immobilien sein. An dritter Stelle kommen die Rentenfonds, die ausschließlich oder überwiegend auf Anleihen setzen. Aktienfonds und andere Fondsprodukte wie offene Immobilienfonds können bei den emittierenden Investmentgesellschaften erworben und an diese zurückgegeben werden.

Bei den geschlossenen Fonds oder AIF sind Sachwertbeteiligungen besonders in Form von Immobilien oder Beteiligungen an Erneuerbaren Energien gefragt. Man differenziert hier zwischen Spezial-AIF, die nur professionellen und semiprofessionellen Anlegern  vorbehalten sind, ähnlich wie das auch für die meisten Hedgefonds gilt. Sogenannte Publikums-AIF können auch von privaten Anlegern gezeichnet werden.

AIF versus offene Investmentfonds

AIF und offene Investmentfonds bieten unterschiedliche Vorzüge. 

Mit einem AIF können sich auch private Investoren an Großprojekten beteiligen, die normalerweise nur institutionellen Investoren wie Banken, Versicherungen oder Pensionskassen vorbehalten sind. Dazu gehören Investments in besonders attraktive (Core) Immobilien oder Umweltfonds, die aufwendige Anlagen zur Gewinnung Erneuerbarer Energien beinhalten. Beides sind Investments, die gute Renditechancen bieten und auch in unruhigen Börsenzeiten verlässliche Profite erzielen.

Hingegen bieten offene Investmentfonds, zu denen Aktienfonds, Mischfonds und Rentenfonds gehören, die Möglichkeit sich durch Diversifizierung gegen Risiken abzusichern. Dadurch, dass eine Fondsgesellschaft beispielsweise in viele verschiedene Aktien investiert, statt in wenige Einzeltitel, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, Verluste zu verbuchen. Sehr beliebt sind deshalb auch Indexfonds, die versuchen, möglichst exakt einen Aktienindex wie den Dax abzubilden. So können die Anleger in einem positiven Gesamtmarkt von der Entwicklung profitieren, auch wenn einzelne Aktien schlecht performen. Allerdings gibt es bei Indexfonds keine Fondsmanager, die auf Marktentwicklungen reagieren.

Luxemburg – das Land der Investmentfonds

Im Fürstentum verdienen 20.000 Menschen ihr Geld direkt oder indirekt mit offenen Investmentfonds. Und das bei einer Gesamtbevölkerung von rund 600.000 Menschen. Über 12.000 Fonds sind zugelassen und werden in 70 Ländern der Welt vertrieben. Verwaltet wird nach einem Bericht im Handelsblatt ein Fondsvermögen im Wert von 2,5 Billionen Euro.

Weiterführende Informationen zum Thema Fonds finden Sie auch unter folgenden Stichworten:

Fondsanbieter 
Fondsgesellschaft 
Fondsmanagement 
Fondsphasen 
Geschlossene Immobilienfonds 
Hedgefonds 
Offene Immobilienfonds 
Geschlossene Fonds 
Publikumsfonds 
Spezialfonds (institutionelle Fonds) 

 

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