Glossar / Wissensdatenbank

BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht)

Was ist die BaFin ?

Die Aufgabe der Bundesanstalt für Finanzdienstleistung (BaFin) ist die Überwachung und Kontrolle der Kapital- und Finanzmärkte in Deutschland. Mit ihrer Arbeit ist diese Allfinanzaufsicht für Vertrauen und die Stabilität in das deutsche Finanzsystem verantwortlich. Die BaFin hat ihren Sitz am international bedeutenden Finanzplatz Frankfurt  und in der alten Bundeshauptstadt Bonn. An beiden Standorten arbeiten zurzeit ca. 2.600 Mitarbeiter, zu deren Kernaufgaben die Aufsicht über Kredit- und Finanzinstitute, Versicherungsunternehmen und den Wertpapierhandel gehören. Außerdem tritt die BaFin international für die deutschen Interessen ein, beispielsweise in der EU und weiteren internationalen Gremien.

Mehr als eine Bankenaufsicht

Gegründet wurde die selbstständige rechtsfähige Bundesanstalt des öffentlichen Rechts im Jahr 2002. Sie entstand aus der Zusammenlegung der Bundesaufsichtsämter für Kreditwesen (BAKred) , Wertpapierhandel und für das Versicherungswesen. Rechtliche Grundlage für die Zusammenlegung war das am 26.04.2002 in Kraft getretene Gesetz über die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (FinDAG)

Mit der Zusammenlegung der drei Aufsichtsämter wollte man Verflechtungen und damit verbundene Risiken besser in den Griff bekommen, sowohl auf nationalen als auch auf internationalen Märkten. So soll die Arbeit der Bankaufsicht die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Deutschland auch gegenüber Wettbewerbern und Unternehmern anderer weltweiter Finanzmärkte stärken.

Die BaFin untersteht sowohl in der Rechts- wie auch in der Fachaufsicht dem Bundesministerium der Finanzen in Berlin. Sie finanziert sich komplett durch eigene Umlagen, Gebühren und Erstattungen, sie kommt ohne Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt aus. An der Spitze der Finanzaufsicht steht ein Direktorium mit einem Präsidenten und fünf Bereichsleiterinnen und Bereichsleitern. Der aktuelle Präsident der Behörde ist derzeit der Jurist Felix Hufeld. 

Die konkreten Aufgaben der BaFin

Kernaufgabe ist die Überprüfung der Zahlungsfähigkeit von Banken, Versicherungen und anderen Unternehmen aus der Finanzdienstleistungsbranche. Damit soll das Vertrauen der Investoren, Bankkunden und der Versicherten in die Stabilität der Finanzmärkte und ihrer Teilnehmer gestärkt werden.

Die Bundesaufsicht kontrolliert den Wertpapierhandel, indem sie Marktmanipulationen und Insiderhandel aufdeckt, aber auch die Einhaltung der Veröffentlichungs- und Prospektpflicht überwacht. Letzter Punkt gilt selbstverständlich auch bei Alternativen Investmentfonds

Darüber hinaus ist die BaFin präventiv tätig, um den Missbrauch des Finanzsystems zu verhindern und kriminelle Aktivitäten zu unterbinden. Die wichtigsten Themen dabei sind die Geldwäsche und die Terrorismusfinanzierung. Aus diesem Grund sind auch die Kreditinstitute in Deutschland verpflichtet, die Kontostammdaten der Kunden zu speichern. Die BaFin darf im Rahmen von gesetzlich geregelten Fällen, wenn ein konkreter Verdacht besteht, trotz Datenschutz auf die relevanten Informationen zurückgreifen.

Service der Finanzdienstleistungsaufsicht für Investoren

Jede Privatperson kann über ein von der BaFin beaufsichtigtes Unternehmen kostenfrei Beschwerde anmelden. Im Jahr 2016 beaufsichtigte die Bundesfinanzaufsicht u. a. 1.665 Kreditinstitute, 700 Finanzdienstleistungsinstitute, 47 Wohnungsunternehmen mit Spareinrichtung, 555 Versicherungsunternehmen, 260 Kapitalverwaltungsgesellschaften und 6.100 inländische Fonds. Diese und weitere von der BaFin kontrollierte Institute, Gesellschaften und Fonds können in öffentlichen Datenbanken eingesehen werden.

Im Fall einer Beschwerde prüft die Bundesanstalt, ob ein Verstoß vorliegt und Maßnahmen gegen das Unternehmen und sein Management angezeigt sind. Aufgrund der gesetzlichen Schweigepflicht darf im Fall eines von der BaFin erkannten Verstoßes, derjenige, der die Beschwerde angemeldet hat, nicht darüber informiert werden. Besteht der Verdacht einer Straftat, z. B. eines Insiderdeliktes, einer Marktmanipulation, eines Kapitalanlagebetrugs oder wurden Anleger gesetzeswidrig zu Börsenspekulationsgeschäften verleitet, ist die BaFin berechtigt und in einigen Fällen auch verpflichtet, dies den Strafverfolgungsbehörden zu melden.

Spektakuläre Fälle der BaFin

International für Schlagzeilen sorgte der sogenannte Libor-Skandal, bei dem Banken über Jahre zum Nachteil von Kunden wichtige Referenzzinssätze manipuliert hatten. Der weltweit entstandene Schaden wird auf einen zweistelligen Milliardenbetrag geschätzt. In den Ermittlungen, die in dem Zusammenhang bei der Deutschen Bank und der West LB stattfanden, spielte die BaFin eine wichtige Rolle. Das Thema findet sich seit Jahren in der Wirtschaftspresse (1), (2), (3) wieder.   

Finanzaufsicht auf europäischer Ebene

Im Jahr 2014 wurde ein einheitlicher europäischer Aufsichtsmechanismus geschaffen, der alle bedeutenden Großbanken der beteiligten Länder unter die Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB)  stellt. Verantwortlich dafür sind gleich drei europäische Aufsichtsbehörden, die EBA , die EIOPA und die ESRB.

Weitere internationale Finanzaufsichtsbehörden

USA

Securities and Exchange Commission (SEC) 
Federal Deposit Insurance Corporation 

Australien

Australian Prudential Regulation Authority (APRA) 

Kanada

Canadian Securities Administrators 

Frankreich

Banque de France 
Autorité de contrôle prudentiel et de résolution (ACPR) 
Autorité des Marchés Financiers (AMF) 

Großbritannien

Financial Conduct Authority 
Prudential Regulation Authority 

Weiterführende Links

BaFin
Finanzplatz Frankfurt
Bundesaufsichtsamt für Kreditwesen (BAKred)
Bundesaufsichtsamt für Wertpapierhandel 
Bundesaufsichtsamt für Versicherungswesen 
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (FinDAG)
Bundesministerium der Finanzen 
Spitze der Finanzaufsicht
Veröffentlichungs- und Prospektpflicht 
Handelsblatt
Wirtschaftswoche 
Süddeutsche Zeitung

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