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Nachhaltige Kapitalanlagen

Nachhaltige Kapitalanlagen und Nachhaltigkeit

Nicht erst seit dem Inkrafttreten der EU-Taxonomie ist Nachhaltigkeit ein zugkräftiges Werbeargument für die Anbieter von Finanzdienstleistungen, insbesondere nachhaltige Kapitalanlagen. Seit den ersten Warnrufen des Club of Rome in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts ist Nachhaltigkeit zum Schutze von Umwelt und Klima ein relevantes gesellschaftliches Thema.

Nachhaltigkeit als Beurteilungskriterium

Damit tritt Nachhaltigkeit als zusätzliches Kriterium für die Beurteilung einer Kapitalanlage neben die klassischen Faktoren Rendite, Risiko und Verfügbarkeit. Dies deshalb, weil Unternehmen aus Branchen mit hohem Klimaschadpotential (etwa Kohleverstromung) oder sozialen Schwächen (Ausbeutung von Arbeitskräften, Kinderarbeit etc.) als Anlageziele erhebliche Reputations- und Ertragsrisiken begründen können.

ESG-Kriterien und ökonomische Maßstäbe

Deshalb kann es auch abseits von sozialen Erwägungen (die sich in ESG-Kriterien niederschlagen) ökonomisch sinnvoll sein, das Nachhaltigkeitskriterium bei der Geldanlage gleichberechtigt zu berücksichtigen. Umgekehrt soll durch das Prädikat „nachhaltig“ eine Hinwendung zu klimafreundlichem Wirtschaften gefördert und die Anpassung an den Klimawandel erleichtert werden. Die gleichzeitige Berücksichtigung des „S“ (für social) in ESG soll sicherstellen, dass bei dieser Transformation soziale Belange nicht vernachlässigt werden.

Nachhaltige Kapitalanlagen – Die Schwierige Auswahl

Allerdings macht man es den Anlegern nicht unbedingt einfach: Die obengenannten ESG- oder Nachhaltigkeitskriterien sind weiche Faktoren, die schwer in verbindliche Anlageempfehlungen umzusetzen sind.

Vielmehr bieten Begriffe wie „ökologisch“, „sozial“, „ethisch“ oder „klimafreundlich“ erheblichen Interpretationsspielraum und sind deshalb kaum eindeutig zu fassen. Gerade Greenwashing ist ein ernstzunehmendes Problem: Hier werden Finanzprodukte als nachhaltig beworben, obwohl sie klima- und/oder umweltschädliche Parameter enthalten oder finanzieren.

Die EU-Taxonomie, gewidmet dem „E“ in ESG, soll hier Klarheit schaffen und nachvollziehbare Prüfkriterien für die Einstufung einer Aktivität als „nachhaltig“ definieren, allerdings ist sie noch lange nicht abgeschlossen.

Deshalb gelten für die Auswahl „nachhaltiger“ Investments dieselben grundsätzlichen Parameter wie für alle anderen Assetklassen.

Nur auf Basis möglichst genauer und zutreffender Informationen über ihre Ausgestaltung, ihre Anbieter und deren Track Record, nur unter Berücksichtigung der Anlagebedürfnisse und –ziele sowie des bereits bestehenden Anlegerportfolios ist eine erfolgreiche Asset Allocation möglich, nur so können Anleger ihr Geld so anlegen, dass sie nachhaltig damit zufrieden sind.

Wachsendes Angebot Nachhaltiger Kapitalanlagen

Das Angebot entsprechender Geldanlagen wächst jedenfalls kontinuierlich – praktisch jedes Anlagevehikel kann so ausgestaltet werden, dass es den ESG-Kriterien entspricht.

Fonds (Investmentfonds, ETFs, Dachfonds etc.) können in „grüne“ Assets wie beispielsweise Aktien und Anleihen investieren, AIF (alternative Investmentfonds) in Unternehmen und/oder Projekte, die sämtliche ESG-Kriterien erfüllen (zum Beispiel Anlagen zur Erzeugung von Energie aus Erneuerbaren Quellen), Unternehmen mit nachhaltigem Geschäftsmodell können Anleihen begeben usw.

Der Phantasie der Anbieter sind dabei so gut wie keine Grenzen gesetzt. Ohne kompetente Beratung sind Anleger mit dem breiten Angebot häufig überfordert. Das ist eine Herausforderung für den Vertrieb solcher Produkte, unabhängig davon, ob er über Banken oder freie Vermittler erfolgt: Beratung und zielgerichtete Auswahl sind von zentraler Bedeutung, um den Anlagezweck zu erreichen.

Nachhaltige Kapitalanlagen können somit Innovationen beschleunigen, weil sie dazu beitragen, Kapital in nachhaltige Unternehmensaktivitäten umzulenken.

Quellen der EURAMCO 

Neuer Fonds 2023 – Erneuerbare Energien  – EURAMCO Clean Power
AIF (alternative Investmentfonds)
Assetklassen
ESG-Kriterien
Nachhaltigkeit

Weiterführende Links  zum Thema Nachhaltige Kapitalanlagen

Club of Rome
Greenwashing
Kapitalanlagen
Kriterium für die Beurteilung einer Kapitalanlage
Reputations- und Ertragsrisiken

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