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Erneuerbare Energien-Fonds

Definition Erneuerbare Energien-Fonds?

Unter Erneuerbare Energien-Fonds versteht man Vehikel zur Kapitalanlage, die sich nicht nur für die Investoren, sondern auch für die Umwelt bezahlt machen. Sie sind ein beliebtes Asset im gesamten Fondsuniversum und werden dementsprechend in ganz unterschiedlichen rechtlichen „Verpackungen“ angeboten.

Im Segment der Alternativen Investmentfonds (AIF) gehören dazu Fonds, die in Anlagen zur Erzeugung von Energie aus Erneuerbaren Quellen investieren. Für interessierte Anleger kommen beispielsweise Wind- und Solarenergiefonds und Wasserkraft- oder Biogasfonds in Frage. Wir behandeln hier hingegen kein ideales Aktien-Depot mit Titeln aus dem Erneuerbaren-Bereich oder ETFs auf erneuerbare Energien. Dies sind börsengehandelte Fonds, sogenannte Indexfonds, „die einen Index nachbilden, der wiederum Aktien aus dem Sektor der alternativen Energien abbildet“.

In der Energiepolitik stehen seit mehreren Jahren alle Signale auf Grün. Dies gilt insbesondere seit sich Deutschland dazu verpflichtet hat, bis zum Jahr 2045 das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen, aber es war ein weiter Weg dorthin. Bereits in den 1970er Jahren wiesen Wissenschaftler nachdrücklich auf die Erderwärmung und deren Folgen hin.

Im Jahre 1997 wurden dann endlich auf der Klimakonferenz in Kyoto Klimaziele festgelegt. Dies geschah, um global den Treibhausausstoß  v.a. der Industrienationen zu reduzieren. Parallel trieb man die Suche nach alternativen Energiequellen voran. Bei der Finanzierung solcher Forschung und für den Bau und Betrieb der Anlagen ist privates Anlagekapital hochwillkommen.

Green Energy – Gütesiegel für grüne Energie?

Dass der Ausbau Erneuerbarer Energien auf steigendes Interesse bei Investoren stößt, ruft bedauerlicherweise auch Trittbrettfahrer auf den Plan. Diese Protagonisten schmücken ihre eigenen Produkte zu Unrecht mit dem verkaufsfördernden, aber bislang nicht geschützten Label.

Diesen Vorgang nennt man „Greenwashing“. Das Management mancher Unternehmen sorgt dafür, dass sie sich nach außen viel umweltfreundlicher präsentieren, als sie es tatsächlich sind. Grund genug für den Anleger, die einzelnen Produkte genauer unter die Lupe zu nehmen.

Was qualifiziert zum Erneuerbare Energien-Fonds?

Das Problem ist der EU bekannt, sie versucht, es mit ihrer Taxonomieverordnung zu adressieren. Damit fordert sie die Umlenkung der Kapitalströme hin zu nachhaltigen Investitionen. Die Verordnung gibt Anbietern und Investoren Kriterien zur Klassifizierung der Eignung von Anlageprodukten und deren Assets für eine Erreichung der Nachhaltigkeitsziele an die Hand.

Für Fonds, die ausschließlich auf Erneuerbare Energien wie Windkraft und Solarenergie setzen, stellt sich die Frage nach der Eignung nicht. Sie bieten Anlegern ein ungeschminkt „grünes“ Investment.

Wie kann eine Investition in Erneuerbare Energien organisiert werden und ablaufen? Wir zeigen das am Beispiel von Wind- und Solarfonds auf.

Erneuerbare Energien-Fonds: Windfonds

Windenergie gehört zusammen mit Wasserkraft zu den ältesten regenerativen Energiequellen. Bereits seit mehreren tausend Jahren nützen Menschen Windmühlen, um die kinetische Energie des Windes nutzbar zu machen, zunächst nur, deshalb der Name, zum Mahlen des Getreides.

Später kamen sie als Windbrunnen auch zum Wasserschöpfen und -pumpen zum Einsatz. Zur Stromerzeugung werden sie ebenfalls länger als etwa die Photovoltaik genützt. Bereits 2013 gab es in Deutschland sowohl an Land als auch auf Hoher See über 23.600 Windkraftanlagen, die damals bereits 33.700 MW Strom pro Jahr erzeugen konnten.

Anleger können sich bereits seit den 1980er Jahren an Windenergiefonds beteiligen. Diese sind damit die Vorreiter der Umweltfonds und konnten bereits vor der Einführung des „Erneuerbare Energien Gesetz“ (EEG) im Jahr 2020 Erträge aus umweltfreundlicher Energie-Erzeugung generieren.

Erträge der Windanlagen und Erneuerbare Energien-Fonds

Die Vergütung für den Verkauf des produzierten Stroms kann auf unterschiedlichen Wegen festgelegt werden: Viele Jahre war das deutsche EEG Vorbild für die Gewährung von festen Einspeisevergütungen, zu denen die Anlagenbetreiber ihre Stromproduktion für zunächst 20 Jahre fix absetzen konnten. Auf Basis detaillierter Daten zum erwarteten Windaufkommen und zur erwarteten Stromausbeute ließen sich die Erträge solche Anlagen prognostizieren.

Allerdings stellte sich bald heraus, dass die Prognose über die Windstärke weit weniger zuverlässig ausfallen als diejenigen über die Sonneneinstrahlung. Deshalb streuen de Erträge deutlich weiter als jene aus Solarenergiefonds. Gerade die erste Generation Windfonds, die um die Jahrtausendwende ans Netz gingen, verfehlten die auf Grundlage der windstarken 1990er Jahre kalkulierten Ertragsprognosen häufig.

Dennoch erwiesen sich Geschlossene Fonds, nicht zuletzt wegen ihrer in der Regel langen Laufzeit, als perfekt passende Vehikel zur Investition in solche Windkraft-Anlagen. Sie verwenden das eingezahlte Kapital der Anleger zum Kauf von projektierten oder bereits produzierenden Windkraftanlagen, einzelne Emissionshäuser sind auch selbst in der Projektierung von Windkraftanlagen aktiv.

Andere AIFs investieren in das so genannte Repowering älterer Windparks. Sie rüsten also ältere Anlagen nach Auslaufen der ursprünglichen, 20-jährigen staatlichen Förderung technisch auf den aktuellen Stand auf. Auch das eröffnet interessante Renditechancen für Investoren und Anleger eröffnet.

Risiken der Beteiligung an Windfonds

Da in Deutschland, nicht zuletzt wegen teilweise restriktiver Abstandsregelungen , die attraktiven Standorte für die Entwicklung neuer Windparks knapp werden, weichen Entwickler von Windkraftanlagen immer häufiger in das Ausland aus. Damit können juristische und zum Teil auch Währungsrisiken zum Tragen kommen.

Generell und so auch bei Windenergiefonds birgt ein „früher“ Einstieg vor oder in der Projektierungsphase zusätzliche Ertragspotentiale, aber auch höhere Risiken. Diese treten zu den typischen Risiken einer Investition in Windparks hinzu. Sie umfassen neben den allgemeinen Risiken wie Totalverlust, Nachschusspflicht, lange Kapitalbindung und Managementrisiken auch assetspezifische Risiken.

Die staatliche Förderung kann wider Erwarten reduziert werden. Dies z.T. sogar rückwirkend, wie etwa in Spanien, wo seitdem diverse Gerichtsverfahren anhängig sind.

Ausfälle der technischen Komponenten (Rotor, Generator etc.) können trotz bestehender Ansprüche aus Gewährleistung wegen inzwischen insolventer Hersteller kaum durchgesetzt werden. Das Windaufkommen kann unter den prognostizierten Werten liegen, Naturkatastrophen können die Anlagen beschädigen oder gar zerstören.

Lieferkettenprobleme können dazu führen, dass sich die Fertigstellung des Windparks verzögert und darunter die Rentabilität der Investition leidet.

Die Besteuerung von Erträgen aus geschlossenen Windfonds erfolgt zum jeweiligen persönlichen Steuersatz des Anlegers als „Einkünfte aus Gewerbebetrieb“ im Rahmen der persönlichen Einkommensteuerveranlagung.

Erneuerbare Energien-Fonds – Die Aktuelle Entwicklung bei Windsfonds

Gemäß dem EEG 2021 erfolgt die Vergütung für den produzierten Strom in erster Linie in Gestalt der „geförderten Direktvermarktung“. Das bedeutet, dass der Anlagenbetreiber selbst Abnehmer für seine Stromproduktion akquirieren muss. Dies sind regelmäßig Unternehmenskunden aus der Wirtschaft.

Zusätzlich zu dem mit den Abnehmern ausgehandelten Preis erhält er die sogenannte Marktprämie, die sich an den Preisen am Spotmarkt der Strombörse orientiert. Lediglich Kleinanlagen mit einer Leistung bis 750 kW erhalten noch die gesetzlich festgelegte Umlage und sind nicht dem Bieterverfahren im Rahmen von Ausschreibungen unterworfen.

Daher steht bei Projektierung der Anlage nicht fest, wie hoch die Vergütung sein wird. Seitdem ist die Anzahl der in Deutschland angebotenen Windenergiefonds deutlich zurückgegangen, so dass Anleger kaum mehr Gelegenheit haben, in Windfonds mit Anlagen in Deutschland zu investieren.

Wer heute noch einen solchen AIF erwerben will, muss daher regelmäßig Projektierungs- und Währungsrisiken in Kauf nehmen. Außerdem muss man akzeptieren, dass statt langfristig fester Vergütungen individuelle Direktvermarktungserfolge (oder –misserfolge) der produzierten Energie die Rückflüsse aus der Windenergie-Investition determinieren.

Damit wird die Qualität und Kompetenz des Fondsmanagements immer wichtiger, weil sich die jeweiligen Windparks am Markt gegen konkurrierende Anbieter und Energieträger durchsetzen müssen, damit die Investition zu einem Erfolg wird.

Die Besten finden: Vergleich der Track-Records

Bei der Auswahl eines Windenergieinvestments müssen Anleger folglich aufmerksam den Track Record der einzelnen Windenergie-Fondsmanager und ihrer Partner analysieren, um eine Vorstellung von den langfristigen Vermarktungserfolgen zu gewinnen.

Da die Laufzeit von Energieabnahmeverträgen in aller Regel deutlich unter der früher üblichen Vergütungsfrist von 20 Jahren liegt, sind Windparks mittlerweile trotz der erheblichen und langfristig steigenden Nachfrage nach Elektrizität aus Erneuerbaren Quellen kein unkompliziertes Investment mehr, sondern bedürfen kompetenter Partner und detaillierter Analyse.

Erneuerbare Energien-Fonds: Solarfonds

Solarenergie ist eines der beliebten Assets von Alternativen Investments, die in Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien investieren. Hierbei erwerben die entsprechenden Fonds Anlagen zur Erzeugung von Solarenergie.

Dazu kommen grundsätzlich zwei Verfahren zum Einsatz:

Solarthermie bündelt die Wärme der Sonneneinstrahlung und erhitzt damit ein Trägermedium, das kann Luft, Wasser oder Öl sein. Das Verfahren der thermischen Umwandlung kommt im kleinen Stil für private Haushalte in Betracht. Es ist jedoch in für Anlageprodukte relevanten Größenordnungen nur in Regionen mit viel Sonneneinstrahlung und stabilen Wetterbedingungen wie etwa Afrikas Wüsten rentabel.

Hierzulande bevorzugen Anbieter und Investoren Solaranlagen zur Nutzung der Photovoltaik. Bei diesem Verfahren wird die Sonneneinstrahlung direkt in elektrischen Strom transformiert.

Das geschieht mit Hilfe von Solarzellen, die beim Hersteller zu einzelnen Modulen und beim Betreiber der Photovoltaik-Anlage auf einer dafür geeigneten Fläche zusammengesetzt werden. Zunächst verwendete man als Standorte für Photovoltaik-Anlagen ausschließlich Dach- und Freiflächen. Inzwischen werden sie auch an Fassaden montiert und sollen zukünftig auch direkt auf Fahrzeugen installiert werden.

Technische Grundlagen

Die Solarzellen produzieren Gleichstrom, der mittels Wechselrichtern in „handelsüblichen“ Wechselstrom umgewandelt wird, der so dann entweder vor Ort verbraucht oder in das Stromnetz eingespeist wird.

Erträge der Solaranlagen

Die Vergütung für den Verkauf des produzierten Stroms kann auf unterschiedlichen Wegen festgelegt werden. Viele Jahre war das deutsche EEG Vorbild für die Gewährung von festen Einspeisevergütungen, zu denen die Anlagenbetreiber ihre Stromproduktion für zunächst 20 Jahre fix absetzen konnten. Auf Basis detaillierter Daten zur erwarteten Sonneneinstrahlung ließen sich die Euro-Erträge solcher Anlagen sehr zuverlässig prognostizieren. Dies machte sie sowohl für Emissionshäuser als auch für institutionelle und private Anleger hochattraktiv.

Geschlossene Fonds erwiesen sich, nicht zuletzt wegen ihrer in der Regel langen Laufzeit, als perfekt passende Vehikel zur Investition in solche Solarenergie-Anlagen. Sie verwenden das eingezahlte Kapital der Anleger zum Kauf von projektierten oder bereits produzierenden Solaranlagen, einzelne Emissionshäuser sind auch selbst in der Projektierung von Solarenergieanlagen aktiv.

Risiken der Beteiligung an Solarfonds

Ein „früher“ Einstieg vor oder in der Projektierungsphase liefert zusätzliche Ertragschancen, aber auch höhere Risiken. Diese treten zu den typischen Risiken einer Investition in Solarkraftwerke, die neben den allgemeinen Risiken wie Totalverlust, Nachschusspflicht, lange Kapitalbindung, Management- und bei Investitionen im Ausland Währungsrisiken auch assetspezifische Risiken umfassen.

Die staatliche Förderung kann wider Erwarten reduziert werden (sogar rückwirkend, wie etwa in Spanien, wo seitdem diverse Gerichtsverfahren anhängig sind).

Ausfälle der technischen Komponenten (Solarmodule, Wechselrichter) können trotz bestehender Ansprüche aus Gewährleistung wegen inzwischen insolventer Hersteller kaum durchgesetzt werden.

Die Sonneneinstrahlung kann unter den prognostizierten Werten liegen, Naturkatastrophen können die Anlagen beschädigen oder gar zerstören. Lieferkettenprobleme können dazu führen, dass sich die Fertigstellung der Solaranlage verzögert und darunter die Rentabilität der Investition leidet.

Die Besteuerung von Erträgen aus geschlossenen Solarfonds erfolgt zum jeweiligen persönlichen Steuersatz des Anlegers als „Einkünfte aus Gewerbebetrieb“ im Rahmen der persönlichen Einkommensteuerveranlagung.

Erneuerbare Energien-Fonds – Die Aktuelle Entwicklung bei Solarfonds

Seit Deutschland sich im Jahr 2012 von festen Einspeisevergütungen unabhängig vom Umfang des jährlichen Neu-Zubaus an Solarenergieanlagen verabschiedet hat, erschwert der nunmehr geltende „atmende Deckel“ der Vergütung für die Stromproduktion die Kalkulation der Erträge aus einer entsprechenden Investition erheblich.

Die Vergütungssätze hängen seitdem davon ab, wie viele Megawatt Solarleistung in dem entsprechenden Jahr neu zugebaut wurden.

Daher steht bei Projektierung der Anlage nicht fest, wie hoch die Vergütung sein wird. Seitdem ist die Anzahl der in Deutschland angebotenen Solarenergiefonds deutlich zurückgegangen. Somit haben Anleger kaum mehr Gelegenheit, in Solarenergiefonds mit Anlagen in Deutschland zu investieren.

Wer heute noch einen Solarfonds erwerben will, muss daher regelmäßig Projektierungs- und Währungsrisiken in Kauf nehmen. Darüber hinaus muss er akzeptieren, dass statt langfristig fester Vergütungen individuelle Direktvermarktungserfolge (oder –misserfolge) der produzierten Energie die Rückflüsse aus der Solarenergie-Investition determinieren.

Damit wird die Qualität und Kompetenz des Fondsmanagements immer wichtiger, weil sich die jeweiligen Solarparks am Markt gegen konkurrierende Anbieter und Energieträger durchsetzen müssen, damit die Investition zu einem Erfolg wird. Bei der Auswahl eines Solarinvestments sollten Anleger folglich aufmerksam den Track Record der einzelnen Solarenergie-Fondsmanager und ihrer Partner analysieren, um eine Vorstellung von den langfristigen Vermarktungserfolgen zu gewinnen.

Da die Laufzeit von Energieabnahmeverträgen in aller Regel deutlich unter der früher üblichen Vergütungsfrist von 20 Jahren liegt, sind Solarparks mittlerweile trotz der erheblichen und langfristig steigenden Nachfrage nach Elektrizität aus Erneuerbaren Quellen kein unkompliziertes Investment mehr, sondern bedürfen kompetenter Partner und detaillierter Analyse.

Quellen der EURAMCO 

Neuer Fonds 2023 – Erneuerbare Energien  – EURAMCO Clean Power
AIF (alternative Investmentfonds)
Alternative Investments
ESG-Kriterien
Fondsuniversum
Geschlossene Fonds
Nachhaltige Kapitalanlagen

Repowering

Weiterführende Links  zum Thema Erneuerbare Energien-Fonds

„Atmender Deckel“
Erneuerbare Energien Gesetz
ETF Erneuerbare Energien
Einspeisevergütungen
Kinetische Energie
Klassifizierung
Marktprämie
Nachschusspflicht
Photovoltaik
Solarthermie
Sonneneinstrahlung
Stromausbeute
Taxonomieverordnung
Track Record
Wechselrichter
Windbrunnen

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