Glossar / Wissensdatenbank

Solarenergiefonds

Solarenergiefonds verwenden das eingezahlte Kapital der Fonds-Anleger zum Kauf von projektierten oder bereits produzierenden Solaranlagen. Vereinzelt sind die Anbieter dieser Kapitalanlagen auch selbst aktiv in der Projektierung von Solarenergieanlagen.

Solarenergiefonds als Investition in Erneuerbare Energien

Solarenergie ist eine beliebte Anlageklasse im Bereich der Alternativen Investments. Geschlossene Alternative Investmentfonds (AIF) erwerben Anlagen zur Nutzung von Solar-Energie und investieren so in die Produktion Erneuerbarer Energien. Dabei wird grundsätzlich zwischen zwei Verfahren unterschieden:

Erneuerbare Energie produziert mit Solarthermie  

Solarthermie bündelt die Wärme der Sonnenstrahlung und erhitzt damit ein Trägermedium. Das kann zum Beispiel Luft, Wasser oder Öl sein. Das Verfahren zur thermischen Umwandlung kommt im kleinen Stil für private Haushalte in Betracht, ist jedoch für Anlageprodukte in relevanten Größenordnungen nur in Regionen mit hoher Sonneneinstrahlung und stabilen Wetterbedingungen – wie etwa Afrikas Wüsten – rentabel.

Solaranlagen zur Nutzung der Photovoltaik

Hierzulande bevorzugen Anbieter und Investoren Solaranlagen zur Nutzung der Photovoltaik. Bei diesem Verfahren wird die Sonneneinstrahlung direkt in elektrische Energie, also in Strom, transformiert. Das geschieht mit Hilfe von Solarzellen, die beim Hersteller zu einzelnen Modulen und beim Betreiber der Photovoltaik-Anlage auf einer dafür geeigneten Fläche zusammengesetzt werden. Zunächst verwendete man als Standorte für Photovoltaik-Anlagen ausschließlich Dach- und Freiflächen, inzwischen werden sie auch an Fassaden montiert und zukünftig sollen sie sogar auch direkt auf Fahrzeugen installiert werden.

Technische Grundlagen

Solarzellen produzieren Gleichstrom, der dann mittels Wechselrichter in „handelsüblichen“ Wechselstrom umgewandelt wird. Der Strom kann dann entweder direkt vor Ort verbraucht oder in das Stromnetz eingespeist werden.

Erträge der Solaranlagen

Die Vergütung für den Verkauf des solar produzierten Stroms kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen: Viele Jahre war das deutsche EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) Vorbild für die Gewährung von festen Einspeisevergütungen, zu denen die Anlagenbetreiber ihre Stromproduktion für 20 Jahre zu festen Preisen absetzen konnten.

Informationen zur Berechnung waren vorhanden und so ließen sich auf Basis detaillierter Daten und der zu erwarteten Sonneneinstrahlung die Fonds-Erträge solcher Anlagen recht zuverlässig prognostizieren, was sie sowohl für Kapitalanlagegesellschaften als auch für institutionelle und private Anleger sehr attraktiv machte. Solarenergiefonds in Form geschlossener Fonds erwiesen sich, nicht zuletzt wegen ihrer in der Regel langen Laufzeit, als perfekt passende Vehikel zur Investition in solche Solarenergie-Anlagen.

Sensible Solarfonds – Risiken einer Beteiligung an Solarparks

Ein „früher“ Einstieg vor oder in der Projektierungsphase kann zwar zusätzliches Ertragspotential schaffen, bringt aber auch höhere Risiken mit sich. Diese kommen zu den typischen Risiken einer Investition in Solarkraftwerke hinzu. Neben den allgemeinen Risiken wie Totalverlust, Nachschusspflicht, lange Kapitalbindung, Management – und gegebenenfalls Währungsrisiken – umfassen diese auch anlagenspezifische Risiken:

Die staatliche Förderung kann wider Erwarten reduziert werden (sogar rückwirkend, wie etwa in Spanien, wo seitdem diverse Gerichtsverfahren anhängig sind), Ausfälle der technischen Komponenten (Solarmodule, Wechselrichter) können trotz bestehender Ansprüche aus Gewährleistung wegen inzwischen insolventer Hersteller kaum durchgesetzt werden, die Sonneneinstrahlung kann unter den prognostizierten Werten liegen, Naturkatastrophen können die Anlagen beschädigen oder gar zerstören. Lieferkettenprobleme können dazu führen, dass sich die Fertigstellung der Solaranlage verzögert und letztlich die Rentabilität der Beteiligung darunter leidet.

Besteuerung der Solarfonds in Deutschland

Die Besteuerung von Erträgen aus geschlossenen Solarfonds erfolgt zum jeweiligen persönlichen Steuersatz des Anlegers meist als „Einkünfte aus Gewerbebetrieb“ im Rahmen der persönlichen Einkommensteuerveranlagung.

Aktuelle Entwicklung von Solarenergiefonds in Deutschland (2021)

Im Jahr 2012 beschloss der Gesetzgeber in Deutschland die fixe Einspeisevergütung abzuschaffen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde sie unabhängig vom Umfang der jährlich neu erstellten Solarenergieanlagen und produzierten Erneuerbaren Energie gewährt. Seit dem gilt in Deutschland der sogenannte „atmende Deckel“. Das erschwert die Kalkulation der Erträge aus einer entsprechenden Investition bzw. Fonds-Beteiligung erheblich, da die Vergütungssätze nun davon abhängen, wie viele Megawatt Solarleistung in dem entsprechenden Jahr neu zugebaut werden.

Erträge für Solarfonds schwerer zu berechnen

Daher verfügt der Investor bei Projektierung der Anlage noch nicht über konkrete Informationen, wie hoch die Vergütung sein wird. Seit dieser Änderung der Einspeisevergütung ist die Anzahl der in Deutschland angebotenen Solarfonds deutlich zurückgegangen, so dass Anleger viel weniger Möglichkeiten haben, in Solarenergiefonds mit Anlagen in Deutschland zu investieren. Wer heute noch einen Solarfonds erwerben will, muss daher regelmäßig Projektierungs- und Währungsrisiken in Kauf nehmen und akzeptieren, dass statt langfristig fester Vergütungen individuelle Direktvermarktungserfolge (oder –misserfolge) der produzierten Energie die Rückflüsse aus der Solarenergie-Investition determinieren.

Management des Fonds wird wichtiger

Damit gewinnt die Qualität und Kompetenz des Fondsmanagements wesentlich an Bedeutung, weil sich die jeweiligen Solarparks am Markt gegen konkurrierende Anbieter und Energieträger durchsetzen müssen, damit die Investition zu einem Erfolg wird. Bei der Auswahl eines Solar-Investments sollten Anleger aufmerksam den Track Record der einzelnen Solarenergie-Fondsmanager und ihrer Partner analysieren, um eine Vorstellung von den langfristigen Vermarktungserfolgen zu gewinnen.

Da die Laufzeit von Energieabnahmeverträgen in aller Regel deutlich unter der früher üblichen Vergütungsfrist von 20 Jahren liegt, sind Solarparks mittlerweile trotz der erheblichen und langfristig steigenden Nachfrage nach Elektrizität aus Erneuerbaren Quellen kein unkompliziertes Investment mehr, sondern bedürfen kompetenter Partner und geeigneter Asset-Manager sowie im Vorfeld einer umfassenden Analyse.

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Solarenergiefonds und andere Umwelt-Fonds

Weiterführende Links zum Thema Solarenergiefonds/Solarfonds

EEG (Erneuerbare Energien Gesetz)
Einspeisevergütung
Nachschusspflicht
Photovoltaik
Prinzip des atmenden Deckels
Solarthermie
Sonneneinstrahlung und Fonds-Erträge
Track Record
Wechselrichter

 

Stand: November 2021

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