Glossar / Wissensdatenbank

Dachfonds

 Ein Dachfonds ist jeder Fonds, der nicht direkt in Assets, sondern seinerseits in andere Fonds (genannt „Zielfonds“) investiert, also quasi ein Dach über die anderen Fonds aufspannt. Im Englischen werden solche Konstruktionen „Fund of Funds“ oder „Umbrella“ (= Schirm) genannt. Als Investmentfonds sind sie in Deutschland erst seit Ende der 90er Jahre zugelassen.

Grundsätzlich können Dachfonds wie alle Fonds offen oder geschlossen sein, aktiv oder nicht aktiv gemanagt werden und auch in alle Assetklassen investieren, die auch für „einstufige“ Fonds zulässig sind. Fonds mit Kaskadenfonds, also Dachfonds, die ihrerseits wieder in Dachfonds investieren, sind in Deutschland nicht zugelassen.

Welche Vor- und Nachteile bietet ein Investment in Dachfonds für Privatanleger?

Der unmittelbarste Vorteil von Dachfonds im Vergleich mit  einzelnen Investmentfonds liegt darin, dass sie eine wesentlich breitere Diversifikation bieten als die direkte Investition in einen Fonds. Mit Dachfonds verteilen Anleger ihre Investition über mehrere Fondsmanager, Regionen, Branchen, Strategien und Auflagejahre. Damit bieten sie im Vergleich zu Einzelinvestments bereits mit kleinen Investitionssummen eine sehr breite Streuung, die einen Totalverlust des eingesetzten Kapitals praktisch unmöglich macht. Dachfonds können in Aktien bzw. Aktienfonds, Anleihen, Mischfonds, Immobilien-, Rohstoff-, Private Equity-Fonds, ETFs oder auch in Fonds aus verschiedenen Segmenten investieren. Diese letzte Alternative nennt man auch Portfoliofonds

Dachfonds als Investment in Portfoliofonds

Diese Portfoliofonds sind besonders für weniger vermögende Anleger geeignet, die sich an einem geschlossenen Sachwert-AIF beteiligen wollen, da sie bereits mit vierstelligen Zeichnungsbeträgen die Beteiligung an einem sehr breit diversifizierten Portfolio erlauben. Entsprechend der Streuung über Assetklassen (zum Beispiel Immobilien, Private Equity, Infrastruktur, Erneuerbare Energien, Luftfahrt etc.), Fondsmanagement (es werden Fonds mehrerer verschiedener Emittenten erworben), Regionen und Laufzeiten bzw. Auflagejahre bieten sie in der Welt der geschlossenen AIF sonst unerreichbare Ertragsstabilität und Risikoreduktion, allerdings auch reduzierte Ertragschancen.

Häufig werden solche Portfoliofonds, auch „Vermögensstrukturfonds“ genannt, als Ansparfonds ausgestaltet, an denen sich Anleger mit monatlichen Raten ab 50 Euro beteiligen können. Bei solchen Modellen dauert es allerdings mehrere Jahre, bis relevante Anlagebeträge zusammen kommen, deshalb ist es für Anleger hier besonders wichtig, die Kosten einer solchen Beteiligung zu berücksichtigen. Denn er bindet sich hier häufig für bis zu 20 Jahre, also deutlich länger als sonst bei geschlossenen AIF. Im Vergleich kommen deshalb Portfoliofonds besonders für junge Anleger in Frage, die am Beginn ihres Vermögensaufbaus stehen.

Kosten der Portfolio-Fonds

Die mehrstufige Konstruktion eines Dachfonds generiert selbstverständlich zusätzliche Kosten, da die Gebühren für das Fondsmanagement auf jeder der Stufen anfallen. Diese Gebühren für das Management schmälern die potentielle Rendite der Investoren. Ihnen gegenüber steht der Vorteil, dass ein Dachfonds bei den Zielfonds den Status eines institutionellen Anlegers hat.

Er profitiert also unter Umständen von niedrigeren Gebühren bzw. mitunter sogar von einem Wegfall des Agios. Häufig werden die Gebühren bei institutionellen Fonds auch performanceabhängig erhoben, so dass große Teile davon nur dann anfallen, wenn Investoren Ergebnisse erzielen, die über der Prognose liegen. Hinzu kommt die Hoffnung, dass das kompetente Management eines Dachfonds gezielt in die aussichtsreichsten Zielfonds investiert, mit einer höheren „Trefferquote“, als es dem privaten Investor möglich wäre.

Für die Wahl eines Dachfondsmanagers ist also, wie bei jedem anderen Fonds, der Track Record ausschlaggebend: Wie haben die Fonds dieses Managements (Personalwechsel nicht außer acht lassen!) in den letzten Jahren abgeschnitten? Wie haben sie Krisen bewältigt? Wie haben sie in unterschiedlichen Marktphasen performt, welche Rendite wurde erwirtschaftet?

Aus diesen Ausführungen wird klar, dass bei Dachfonds das unternehmerische Element einer Fondsbeteiligung nochmals deutlich abgeschwächt wird. Dachfonds leisten außer Losgrößen– auch Fristentransformation und übernehmen damit eine wichtige Funktion im privaten Portfolio, gerade dann, wenn die Anlagevolumina den selbständigen Aufbau eines gut diversifizierten Portfolios etwa mit konventionellen Anleihen, ETF-Investments, Aktien oder Aktienfonds (noch) nicht erlauben.

Weiterführende Links zum Thema Dachfonds 

Beiträge der EURAMCO

Alternative Investmentfonds
Agio
Institutionelle Investoren 
Portfoliomanagement
Fondsmanagement

Ergänzende Hinweise

Aktien
Aktienfonds
Mischfonds
Portfoliofonds
Losgrößentransformation
Fristentransformation

 

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