Glossar / Wissensdatenbank

Institutionelle Investoren

Was sind Institutionelle Investoren?

Das Kapitalanlagegesetz (KAGB) unterscheidet zwischen drei Anlegergruppen: den Privaten, den Semiprofessionellen und den Institutionellen. Institutionelle Investoren sind im Gegensatz zu privaten Anlegern juristische Personen. Sie können in unterschiedlichen Rechtsformen auftreten, gemeinsam ist ihnen der Umstand, dass sie eine Zulassung für die Anlage von Finanzinstrumenten haben. Zu den institutionellen Investoren gehören Kreditinstitute, Versicherungen, Investment- und Kapitalgesellschaften, Versorgungswerke, Pensionskassen, Sozialversicherungsträger, Krankenkassen, Unternehmen, Vermögensverwaltungen, Kirchen, Vereine, Stiftungen, staatliche Organisationen, internationale Organisationen und Kommunen.

Im Unterschied zu privaten Anlegern gelten institutionellen Investoren als professionelle Marktteilnehmer. Laut dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) § 67 Absatz 2 kann man davon ausgehen, dass sie über hinreichende Erfahrungen und Sachverstand verfügen, um die mit einem Investment verbundenen Risiken angemessen beurteilen und so eine Anlageentscheidung treffen zu können. Aus diesem Grund spricht man ihnen auch nur einen stark begrenzten Anlegerschutz zu. Sie haben in der Regel Zugang zu allen Kapitalmärkten und Finanzinstrumenten, wie z.B. Spezial-AIF. Vonseiten der Finanzanbieter müssen Institutionelle auch weniger umfassend beraten werden.

Die wichtige Rolle Institutioneller Anleger auf den Finanzmärkten

Institutionelle Anleger verwalten nicht nur eigene Werte, sie legen auch fremdes Kapital an. Im Jahr 2014 entsprach das von ihnen verwaltete Vermögen der Summe des weltweit erwirtschafteten BIP. So spielen die Institutionellen eine entscheidende Rolle auf den internationalen Finanzmärkten. Wenn sie kaufen oder verkaufen, kann das bei dem Volumen ihrer Transaktionen die Märkte stabilisieren oder auch destabilisieren.

Institutionelle haben gegenüber Privatanlegern meist einen Informationsvorsprung, aus diesem Grund versuchen viele Kleinanleger, ihre Kauf- und Verkaufsentscheidungen zu kopieren. Was die durch Institutionelle verursachte Auf- und Abwärtstendenzen der Märkte noch einmal verstärkt.

Institutionelle Investoren in Deutschland

Laut einem Ranking der Gesellschaft für Analyse und Consulting (GAC) gab es 2017 in Deutschland 343 Kapitalsammelgesellschaften, deren Anlagevolumen im Milliardenbereich lag. Die größte Gruppe machten davon die Versicherer mit 144 Unternehmen aus. Sie stellen auch die drei Schwergewichte im deutschen Markt, die Allianz Lebensversicherungs-AG, die Allianz SE und die Münchner Rück. Die nächsten Plätze im Ranking werden zum überwiegenden Teil von Versicherern belegt. Europaweit zählen die Versicherungsunternehmen ebenfalls zu den größten institutionellen Anlegern, 2015 kamen sie zusammen auf ein Investitionsvolumen von 9.897 Milliarden Euro.

Weiterführende Links

Für den Gesamtzusammenhang lesen Sie gerne den ausführlichen Artikel zum Thema „Investoren“, der auch die Privaten Anleger und Semiprofessionellen Investoren einbezieht und alle drei Anlegergruppen zusammenfasst. Diesen Beitrag finden Sie hier.

Definition im Börsenlexikon

 

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