Glossar / Wissensdatenbank

Fondsphasen

Was sind die sechs Fondsphasen?

Offene Investmentfonds kann man in der Regel zu einem beliebigen Zeitpunkt kaufen und verkaufen. Alternative Investmentfonds (AIF) hingegen, folgen einem festgelegten zeitlichen Ablauf in verschiedenen Fondsphasen, den der Anleger unbedingt kennen sollte. Ein Verkauf vor dem Ablauf der letzten Phase ist zwar möglich, da AIF aber nur auf einem unregulierten Markt, dem sogenannten Zweitmarkt, gehandelt werden können, erzielt der Verkäufer womöglich einen Preis, der unter dem tatsächlichen Nettoinventarwert liegt.

Die Fondsphasen im einzelnen

Phase 1: Konzeption

Am Anfang steht die Erstellung des Businessplans, in dem das Vorhaben umrissen und die Rentabilität ermittelt wird. Wichtig dabei ist die Beschreibung des Objekts oder der Objekte, in die investiert werden soll. Das kann beispielsweise eine Immobilie sein oder eine Anlage zur Gewinnung Erneuerbarer Energien. Es müssen im Businessplan genaue Angaben gemacht werden, wie das Objekt genutzt werden soll, wie viel Kapital für den Erwerb und Betrieb benötigt wird und wie es aufgebracht werden soll. Außerdem gilt es festzustellen, wie hoch jeweils der Anteil von Eigen- und Fremdkapital sein wird. Schon in dieser ersten Phase wird festgelegt, welche Gesamtlaufzeit der AIF haben soll.

Phase 2: Gründung einer Gesellschaft

Nachdem die Planung abgeschlossen ist, wird eine Gesellschaft gegründet. Eine häufig gewählte Gesellschaftsform bei einem AIF ist die GmbH & Co. KG. Im Gesellschaftervertrag, der zur Gründung geschlossen wird, werden die Bedingungen für eine Beteiligung durch die Investoren festgeschrieben. Dabei legt man auch fest, wie hoch das Mindestinvestment pro Anleger sein muss und wie hoch das zu entrichtende Agio  ist.

Phase 3: Erstellung eines Verkaufsprospekts

Alle Informationen, die für die Anlageentscheidung des Investors relevant sind, müssen in einem Verkaufsprospekt festgehalten werden. Er soll Auskunft geben über sämtliche Daten zum geplanten Projekt, dazu gehören die Laufzeit und Schätzungen zu den erwarteten Erträgen. Im Prospekt muss auch die Mindestanlagesumme ausgewiesen sein und die Höhe des Ausgabeaufschlags, die der Investor zu entrichten hat. Das Kapitalgesetzbuch (KAGB) legt zum Schutz der Anleger genaue Anforderungen für die Erstellung des Verkaufsprospekts fest. Die exakte Einhaltung der Vorgaben wird durch die BaFin überwacht, bei der jeder Verkaufsprospekt zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt werden muss.

Die Kapitalbeschaffung darf erst nach Freigabe des Prospektes durch die BaFin erfolgen. Bei der Überprüfung wacht die Bundesaufsicht für Finanzdienstleistungen nur über die Einhaltung der Formalitäten, eine Prüfung, ob das Geschäftsmodell unter betriebswirtschaftlichen Aspekten funktioniert, erfolgt nicht.

Phase 4: Platzierung

Die Platzierungsphase dient der Kapitalbeschaffung. Professionelle Finanz- und Vermögensberater kümmern sich um die Vermittlung der Geschäftsanteile. Aus dem eingesammelten Kapital setzt sich das Eigenkapital des AIF zusammen. Darüber hinaus kann Fremdkapital aufgenommen werden, in Form von Krediten. Dabei hängen die Konditionen, zu denen Kredite gewährt werden, in entscheidendem Maße von der Höhe des bereits vorhandenen Eigenkapitals ab. Wenn das gesamte erforderliche Kapital beschafft worden ist, wird der AIF geschlossen. Ab diesem Zeitpunkt können sich keine weiteren Investoren mehr daran beteiligen. Ausnahme ist, wenn Anteile auf dem Zweitmarkt angeboten werden.

Phase 5: Betrieb des Fonds

Das ist meist die längste Phase bei einem AIF. In diesem Zeitraum wird das Fondsobjekt erworben und bewirtschaftet. Bei einem Immobilien AIF  werden beispielsweise während der Betriebsphase Einnahmen durch Vermietungen erzielt. Handelt es sich um einen Fonds für Erneuerbare Energien entstehen Einnahmen durch den Verkauf von Energie, die beispielsweise mit Solar- und Windkraft gewonnen wird. Die Länge der Betriebsphase richtet sich nach der festgelegten Laufzeit und beträgt oft 10 Jahre und mehr. Die Laufzeit kann aber auch früher enden, wenn sich durch den Verkauf des Investitionsobjektes aufgrund einer aktuell günstigen Marktlage attraktive Gewinne erzielen lassen.

Phase 6: Auflösung des Fonds

Mit dem Verkauf der Investitionsobjekte wird der Fonds aufgelöst. Das geschieht in der Regel nach dem Ende der festgelegten Laufzeit. Die Erlöse aus dem Verkauf werden nach Abzug der Kosten unter den Anlegern aufgeteilt. Der Anteil am Erlös richtet sich dabei nach der Zahl der Anteile, die der einzelne Investor hält. Anschließend wird die Gesellschaft aufgelöst und der Eintrag im Handelsregister gelöscht.

Im Zusammenhang mit Hedgefonds hört man ebenfalls öfter den Begriff Phasenmodell. Doch bezieht sich das auf die unterschiedlichen Marktphasen an den Börsen, von denen die Hedgefonds profitieren wollen.

Weiterführende Links

Für theoretisch Interessierte hier ein Buch zum Thema Phasenmodelle für Hedgefonds. 

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